Haüfige Fragen zum Klavierunterricht

1. Muss man besonders musikalisch sein, um Klavierspielen zu lernen, und welches Einstiegsalter ist das richtige?

Der Mensch trägt in der Regel die natürlichen Anlagen zur Musikalität in sich, die auch bei Erwachsenen noch gut geweckt werden können. Wer Klavierspielen wirklich lernen und vor allem fleißig mehrmals pro Woche üben möchte, der schafft dies auch – mithilfe eines guten Lehrers und mit viel Geduld.

Sollte das Kind überwiegend keine Lust verspüren, die Dinge aus dem Unterricht zu wiederholen, und lässt es sich nur unter dauerndem Druck ans Klavier bringen, ist ein Instrument erlernen (noch) nicht das Richtige für Ihr Kind. Für jüngere Kinder unter 7 Jahren kann es schnell zu Motivationsverlusten kommen, weshalb die Eltern hier nichts überstürzen sollten.

2. Wieviel Übezeit sollte man einplanen?

Es braucht in der Regel viele Jahre nahezu täglichen Übens, bis man ein Instrument gut spielen kann. Der Unterricht einmal pro Woche reicht nicht aus, ein Instrument zu erlernen, da in diesem Falle die Schüler bis zur nächsten Woche das meiste wieder vergessen und auf dem Anfängerstatus stehen bleiben. Es ist vergleichbar mit dem Lesen-, Schreiben-, Rechnen-Lernen, das täglicher und jahrelanger Übung bedarf, um es gut zu beherrschen, weshalb es täglich an den Schulen unterrichtet wird.

Kleinere Kinder bis zirka 3. Klasse benötigen die Hilfe der Eltern beim Üben. Ich schreibe jede Stunde für die Eltern in ein Aufgabenheft, was und wie sie bis zur nächsten Stunde mit ihrem Kind üben können. Die Anleitung dazu erhält der Schüler im Unterricht.

Bei den Kleinsten reichen 20 Minuten pro Übe-Tag. Gegen Ende der Grundschulzeit können es 30 bis 45 Minuten sein, wobei die Kinder dann auch allein üben. Ab der Oberstufe oder dem Gymnasium sind 45 bis 60 Minuten dann angemessen, wenn der Schüler das professionelle Klavierspiel anstrebt. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Wer sich später auf ein Musikstudium vorbereiten möchte, wird im Abitur mindestens 2 Stunden täglich am Klavier verbringen (im Studium sind es dann mehr als 4 Stunden täglich).

Natürlich will nicht jeder Pianist werden und ab der 5. Klasse erhöht sich der Lernaufwand in der Schule, so dass dann nicht so viel Zeit zum Klavierüben bleibt. Mit diesen Schülern wiederhole ich im Unterricht sehr viel, damit zumindest nichts vergessen wird und trotzdem noch kleine Fortschritte möglich sind.

Wer viel übt, lernt in Kürze viel und erhält darüber die meiste Motivation, weiter zu spielen.

3. Was bringt man zum Unterricht mit und worauf ist zu achten?

Zum Unterricht sind die Noten, an denen wir üben und bei Grundschulkindern das Aufgabenheft mitzugeben.

Bitte achten Sie auf kurz geschnittene Fingernägel bei Ihren Kindern, da sonst der erforderliche runde Fingeranschlag auf der Fingerkuppe nicht möglich ist. Auch möchten die Hände sauber sein im Interesse aller Schüler, die auf meinem Klavier spielen.

Ich unterrichte die Kinder allein, ohne die Eltern oder Großeltern im Hintergrund. Selbstverständlich können Sie bei der ersten Kennlernstunde dabei sein.

4. Braucht man ein eigenes Instrument und wenn ja, welches ?

Ja, ein Instrument zu Hause ist erforderlich, um es spielen zu lernen.

Ein Keyboard ist für das Klavierspielen ungeeignet, da es nicht über gewichtete Tasten verfügt, der Tastenumfang zu klein ist und eine Anschlagsdynamik fehlt. Es muss aber kein teures Klavier sein. Viele Schüler üben zu Hause auf einem E-Piano, das es gebraucht schon ab 200 Euro gibt. Dieses verfügt über alle 88 gewichteten Tasten und Anschlagsdynamik. Zudem lässt es sich leichter transportieren und stört die Nachbarn nicht, da die Lautstärke regelbar ist und man zur Not auch mit Kopfhörern üben könnte.

Der Ton eines echten Klaviers ist natürlich unschlagbar.